Ohne Fehler kein Fortschritt. Fehler sind ein wichtiger Motor, damit Produkte verbessert werden können. Arbeitsplätze sicherer werden. Ohne Fehler gibt es keinen Fortschritt. Wichtig ist allerdings, die Fehler zu erkennen, zu benennen und auch korrigieren zu wollen.

Was jeder für den Bereich Produktentwicklung und Organisationsverbesserung unterschreiben würde, für den zwischenmenschlichen Bereich scheint etwas anderes zu gelten. Nur wer ein perfektes Erscheinungsbild hat, wird anerkannt. Wer sich in einer Firma eine Schwäche erlaubt, der muss mit Nachteilen rechnen. Hier klaffen oft Firmenphilosophie (jeder darf Fehler machen) und gelebte Wirklichkeit (wer Fehler macht, macht sich angreifbar) weit auseinander.

Schade, dass man tausend gute Dinge tun muss, um zu beweisen wie toll man ist, aber nur einen Fehler begehen muss, um nichts mehr wert zu sein.

Oder, dass der Umwelt eine „perfekte“ Partnerschaft oder Familie vorgespielt wird, aber in Wirklichkeit sieht es hinter der Fassade ganz anders aus.

Winston Churchill, der englische Premierminister, hat es einmal humorvoll so formuliert:

Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.

Sir Winston Churchill

Damit drückt er aus, was wir alle wissen, aus Fehlern kann man bekanntlich sehr viel lernen. Aber, je älter und reifer, je wichtiger man wird, desto schwerer wird es, zu Fehlern zu stehen. Warum tun wir uns so schwer, Fehler zuzugeben? Wir möchten gern gut dastehen, und, je älter man wird prägen einen Erfahrungen, dass andere die eigenen Schwächen ausgenutzt haben. Wenn wir jemanden vertrauen können, dass er unsere Situation nicht ausnutzt, dann können wir uns eher vorstellen, zu unseren Fehlern zu stehen.

In einer Talkrunde erklärte eine Humanistin: “Was ich bei euch Christen am meisten beneide, das ist eure Vergebung.“ Dann fügte sie etwas resigniert hinzu: „Ich habe niemanden, der mir vergibt.“

Ja. Als Christen haben wir eine tiefgreifende Erfahrung gemacht. Jesus empfängt uns mit offenen Armen, er nimmt uns so an wie wir sind und vergibt uns unsere Schuld und ermöglicht uns neu anzufangen. „Jesus kennt mich besser als ich mich selbst, liebt mich mehr als jeder andere und dennoch vergibt er mir und steht zu mir. Das gibt mir Hoffnung. Denn allein würde ich mit meiner Schuld und meinen Schuldgefühlen nicht fertig werden.“ (aus einem Lebensbericht einer Christin). Von daher ist die Kultur in der Familie Gottes (Kirche) von der Barmherzigkeit und der Freiheit Fehler machen zu dürfen geprägt.

Welche Möglichkeiten gibt es in Braunschweig, seine Fehler in einem geschützten Raum zur Sprache zu bringen?

Seelsorge: Schuldnerberatung (Spatz 21)